Zuerst die Tätigkeit, dann Motivation?

Wieder einmal erfolgreich alles aufgeschoben, was auch nur ansatzweise wichtig ist? Stattdessen Serien geschaut, online neue Kleider bestellt, Videospiele gespielt oder einfach am Handy Zeit vertrödelt? - Jeder ist manchmal an diesem Punkt, ich natürlich auch. Wieso verlieren wir uns eigentlich immer im kurzfristigen Glück oder fallen aus einem produktiven Rhythmus heraus?

Das Problem ist, dass Motivation manchmal eine Challenge gegen sich selbst sein kann. Du willst nicht produktiv sein, weil es deinem Gehirn - kurz gesagt - keinen Spaß macht. Mit dem Gedanken an die Zukunft hast du dir damals ein Fitness-Abo gekauft, du wolltest und willst fit werden (oder bleiben), abnehmen, stärker werden oder sonst etwas...Das Blöde ist, dein Kopf findet (nicht immer) viel Spaß daran, hart zu arbeiten. Unsere Psyche sieht nämlich diese zukünftigen Ergebnisse nicht, sondern nur kurzfristige Motivation - "Diese Packung Chips sieht lecker aus!", denn sobald man eine Schüssel Chips gegessen hat, freut sich das Gehirn und schüttet Dopamin aus (ein Glückshormon). Dein Kopf denkt also mit der Zeit: "Wieso sollte ich trainieren gehen/arbeiten, wenn ich den gleichen Kick auch mit einer Packung Chips haben kann!?". Das kann schnell zu einem Kreislauf führen, der dich dann rasant gefangen hält, denn die Packung Chips kann auch Netflix, YouTube, Games oder ein anderer Zeitfresser sein. So fällt man in einen Kreislauf von Unproduktivität. Zudem wirst du unglücklich, denn du lenkst dich zwar ab, aber du weißt, dass du eigentlich besseres zu tun hättest.


Wie brichst du aus?

Als erstes gilt es zu sagen, dass Motivation nicht von heute auf Morgen kommt, du wirst ein paar Tage brauchen um aus einem unproduktiven Kreislauf auszubrechen. Aber so sieht in etwa die Lösung aus, die einigen Coachees und mir bereits geholfen hat:

Es gibt drei Bestandteile des Prozesses: Eine Inspiration, eine Tätigkeit und Motivation.

Jedes dieser Bestandteile kann ein Auslöser sein, etwas umzusetzen. Oftmals stellen wir uns Motivation wie eine strikte Linie vor. Zuerst wird man inspiriert, dann kommt die Motivation etwas zu machen und am Schluss führt man die Tätigkeit schließlich aus. Das kann aber auch völlig andersrum sein. Motivation kann ein Kreislauf sein, welcher bei jedem dieser Bestandteile beginnen kann. Wenn du motiviert bist etwas zu tun, kannst du natürlich direkt an die Arbeit gehen. Oder du führst eine Tätigkeit aus und wirst dadurch motiviert. Du wirst dir jetzt denken: "Warte was? Genau das ist mein Problem, wie soll das die Lösung sein?!".

I got you, lass mich kurz erklären:

Es ist nun mal so, dass wir zu viel von uns verlangen. Du wirst es nicht schaffen aus diesem Kreislauf auszubrechen, wenn du direkt von dir verlangst, dass du 100% produktiv bist. Denn erstens schafft man das nicht auf Knopfdruck und zweitens hält das nicht lange an.


So holst du die Motivation in den Moment:

Du musst etwas machen. Egal was. Gehe deine Zähne putzen, no joke. Geh duschen, putz die Küche, lies ein Buch oder räum dein Pult/Zimmer auf...jede Tätigkeit, die produktiv ist und aktiv von dir gestartet wird, ist gut für dich! Fange langsam an. Am ersten Tag genügt es, wenn du ein bis zwei kleine Tätigkeiten machst, am zweiten Tag dann wieder so und langsam baust du die Aufgaben auf. Vergiss nicht, dass du dir nicht zu große Ziele setzen solltest in dieser Phase (Beispielsweise wird das nicht klappen: "Heute werde ich die Küche und das Bad putzen, mein Zimmer aufräumen, meinen Kleiderschrank ausmisten, 15 Seiten lesen und nebenbei eine PowerPoint-Präsentation erstellen."). Setze dir also kleine Meilensteine. Hast du die Küche geputzt oder das Pult aufgeräumt? Gut! Mach eine Pause.

Auch wenn solche Pausen widersprüchlich klingen, mit diesen schnellen Belohnungen machst du es deinem Gehirn leichter, sich an die Arbeit zu gewöhnen.


Wenn du nun langsam den Schwung bekommst den du brauchst, kannst du dich auch deinen Verpflichtungen widmen. Auch hier gilt aber, positiv und kurzfristig denken. Hier ein Beispiel: Denke nicht: "Shit, ich muss noch 5000 Wörter für meine Arbeit schreiben!", sondern öffne ein Word-Dokument, speichere es ab und schreibe ein paar Sätze rein. Du wirst automatisch in einen gewissen Rhythmus kommen und mehr erledigen wollen. Alles nach dem Prinzip "Wenn ich schon angefangen habe, dann kann ich auch gleich etwas mehr schreiben". Mit diesen kleinen Schritten wirst du dann ein eigenes Tempo und eine eigene Vorgehensweise aufbauen, die dich auch in Zukunft wieder aus einem solchen "Loch" holen können. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!

Fazit:

Erschaffe mit leichten, kleinen Tätigkeiten Schwung. Nimm diese Dynamik mit, um innerhalb von einigen Tagen jeden Tag ein bisschen mehr zu machen. Setze dir kleine Meilensteine und mach, vor allem Anfang, viele Pausen. So kannst du vielleicht die Unproduktivität besiegen.

Nur auf dem Sofa? Mit diesem Trick kommst du besser zum vorwärts machen.


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